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		<title>Redetypen</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 17:22:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Iwan Zinn</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grundsätzlich kann man zwischen beruflichen und privaten Reden unterscheiden. Bei beruflichen Reden richten Sie sich entweder in Ihrer Funktion an Ihre Mitarbeiter und Kollegen, oder Sie repräsentieren Ihr Unternehmen in der Öffentlichkeit. Auch bei privaten Reden wird auf Ihre Worte Wert gelegt – machen Sie das Beste draus. Der Text bietet eine Beschreibung der wichtigsten Redearten.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Grundsätzlich kann man zwischen beruflichen und privaten Reden unterscheiden.</p>
<p>Bei beruflichen Reden richten Sie sich entweder in Ihrer Funktion an Ihre Mitarbeiter und Kollegen, oder Sie repräsentieren Ihr Unternehmen in der Öffentlichkeit.</p>
<p>Jedes Unternehmen hat Ziele. Es ist Ihre Aufgabe, Mitarbeiter und Kollegen zum Erreichen dieser Ziele zu motivieren. Unternehmensinterne Reden sind daher immer Motivationsreden. In der Öffentlichkeit wird das Publikum Sie automatisch mit dem gesamten Unternehmen identifizieren – auch wenn Sie nur eine Abteilung leiten. Es liegt also in Ihrer Hand, Ihr Unternehmen bestmöglich zu vertreten. Nehmen Sie dies als Chance wahr, und bereiten Sie sich sorgfältig vor. Wenn Sie bei einem öffentlichen Auftritt eine gute Figur machen, kann Sie das beruflich weiterbringen. Seien Sie sich aber auch der „Fallhöhe“ bewusst – mancher hat sich schon um Kopf und Kragen geredet.</p>
<p>Diese Gefahr besteht bei privaten Reden nur selten. Doch auch hier wird auf Ihre Worte Wert gelegt – machen Sie das Beste draus. Seien Sie persönlich – herzlich, emotional, fröhlich, witzig. Nehmen Sie sich selbst ein wenig auf die Schippe, das kommt immer gut an. Auch wenn Sie Ihren Chef, den Herrn Stadtrat und „ferne Bekannte“ eingeladen haben: es ist Ihre Party. Die meisten Gäste sind Ihre Freunde und Verwandten – seien Sie also so wie Sie sind, ganz „privat“.</p>
<p><strong><br />
</strong><strong><span style="text-decoration: underline;">Berufliche Reden</span></strong></p>
<p><strong><br />
Bilanzrede</strong></p>
<p>Ob vor 20 Mitarbeitern oder der versammelten Weltpresse – die Bilanzrede ist ein Klassiker. Gemeinhin hält sie der Unternehmenschef auf der Bilanzpressekonferenz und/oder der Aktionärsversammlung. Bilanzen haben die Eigenschaft, voller Zahlen zu stecken. Überfordern Sie Ihr Publikum nicht, es ist nur begrenzt aufnahmefähig. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten Zahlen, verweisen Sie zu Details auf den Geschäftsbericht. Machen Sie aus einer drögen Rückschau eine spannende Vorschau. Zeigen Sie Perspektiven, Projekte und Marktchancen auf.</p>
<p><strong><br />
Sachrede, Fachvortrag</strong></p>
<p>Viele meinen, ein Fachvortrag zeichne sich allein durch Zahlen, Daten und Fakten aus. Durch wissenschaftliche Erkenntnisse. Nun gut: Wenn Sie sich im universitären Umfeld bewegen und/oder Ihr Publikum ausschließlich aus Experten besteht, mag das zutreffen. Doch auch dann gilt: Ein Vortrag ist immer ein Auftritt. Inhaltlich kann er niemals das leisten, was ein Skript oder ein Fachbuch vermag. So komplex das Thema auch ist, versuchen Sie, es kompakt, anschaulich und unterhaltsam zu vermitteln. <strong> </strong></p>
<p><strong><br />
Betriebsversammlung</strong></p>
<p>Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Stimmung auf Betriebsversammlungen nicht die Beste. Betriebsräte machen sich gerne Luft und prangern tatsächliche oder vermeintliche Defizite in der Unternehmensführung an.</p>
<p>Als Vertreter der Unternehmensführung sind Sie auf Betriebsversammlungen immer „Gastredner“. Lassen Sie sich von Angriffen nicht provozieren. Gestehen Sie Fehler ehrlich ein. Zeigen Sie Emotionen. Beweisen Sie, dass Sie die Perspektive der Mitarbeiter verstehen. Betonen Sie Gemeinsamkeiten, appellieren Sie an den Gemeinschaftssinn. Erinnern Sie an Erfolge in der Vergangenheit. Zeigen Sie mögliche Erfolge in der Zukunft auf. Motivieren Sie.</p>
<p><strong><br />
Pressekonferenz, Statement</strong></p>
<p>Eine Pressekonferenz bietet große Chancen, birgt aber auch Risiken. Manche Journalisten würden für eine gute Story ihre Großmutter verkaufen. Und diese „gute“ Story kann alles andere als gut für Sie und Ihr Unternehmen sein. Überlegen Sie sich vorab genau, ob Sie wirklich eine Neuigkeit zu verkünden haben, die eine Pressekonferenz rechtfertigt. Ansonsten wird die Resonanz verhalten sein. Und die Journalisten werden nach Themen suchen, die Sie nicht auf der Agenda haben (wollen). Der Umgang mit den Medien will gelernt sein. Auch und gerade für ein kurzes Statement, das in zwei Sätzen Ihre Kernbotschaft auf den Punkt bringt. Machen Sie ein Medientraining und bereiten sich mit einem Q&amp;A („Questions and Answers“, Katalog von Fragen und Antworten) gut vor. Falls Ihr Unternehmen keine Kommunikationsabteilung hat, lassen Sie sich von externen PR-Profis beraten.</p>
<p><strong><br />
Laudatio </strong></p>
<p>Sie möchten einen Preisträger würdigen oder eine Abteilung für ihre Leistung loben? Dann verbreiten Sie gute Stimmung, denn es ist ein freudiger Anlass! Vermeiden Sie lange fachliche Begründungen und die gesamten Lebensläufe der Laudanden (der „zu Lobenden“). Nach zehn Minuten sollte in der Regel Schluss sein. Seien Sie nett, charmant, witzig. Loben und danken Sie, aber werden Sie nicht überschwänglich. Denn andere würden bestimmt auch gern mal von Ihnen gelobt werden…<br />
Auch die<strong> Geburtstagsrede, </strong>die<strong> Jubiläumsrede </strong>und die<strong> Verabschiedungsrede </strong>sind nichts anderes als Laudationes (Lobreden). Manche Führungskräfte greifen dabei gerne zu Musterreden – ein Unding! Die Person, der Sie zum runden Geburtstag oder zur 25-jährigen Betriebszugehörigkeit gratulieren oder die Sie in den Ruhestand verabschieden, ist einzigartig und hat eine individuelle Rede verdient. Bei derartigen Anlässen sind Emotionen im Spiel, hier ist Einfühlungsvermögen gefragt. Würdigen Sie die Leistungen und menschlichen Qualitäten des Laudanden. Sparen Sie Defizite oder negative Ereignisse aus. Reduzieren Sie fachliche Aspekte auf ein Minimum. Erzählen Sie nette Anekdoten und gemeinsame Erlebnisse. Seien Sie herzlich – man wird es Ihnen danken.</p>
<p><strong><br />
Antrittsrede</strong></p>
<p>Die Bedeutung der Antrittsrede sollten Sie keinesfalls unterschätzen, wenn Sie als neue Führungskraft Wert auf ein gutes Miteinander mit Ihren Kollegen und Mitarbeitern legen. Alle sind gespannt auf „den Neuen“, der erste Eindruck zählt. Sie sind der Grünschnabel, während Ihre Mitarbeiter den Laden bestens kennen. Darum ist in Ihrer Rede Understatement meist die richtige Strategie. Zeigen Sie Respekt, auch gegenüber Ihrem Vorgänger. Signalisieren Sie, dass Sie bereit sind, viel dazuzulernen. Werben Sie um Vertrauen. Bieten Sie persönliche Gespräche an, um sich kennenzulernen. Versuchen Sie gegebenenfalls, die mit Ihrem Antritt verbundenen Ängste der Mitarbeiter abzubauen.</p>
<p><strong><br />
Abschiedsrede</strong></p>
<p>Sie verlassen das Unternehmen, um woanders einen besseren Job anzutreten? Halten Sie eine kurze, freundliche Rede und bedanken sich für die schöne gemeinsame Zeit. Sie gehen in den Ruhestand? Bedanken Sie sich bei allen, die Ihnen wichtig sind. Blicken Sie zurück und greifen ein „Highlight“ aus Ihrer Karriere heraus. Aber halten Sie sich ebenfalls kurz  - denn es ist an anderen, Sie zu würdigen. Sie gehen im Groll, etwa weil Ihnen gekündigt wurde? Ersparen Sie es sich und anderen, in Ihrer Abschiedsrede mit irgendjemandem „abzurechnen“. Dann lassen Sie es lieber ganz. Denken Sie daran: Man sieht sich immer zweimal.</p>
<p><strong><br />
Eröffnungsrede</strong></p>
<p>Eine neue Filiale oder ein Anbau wird eröffnet. Das ist ein Grund zum Feiern! Legen Sie in Ihrer Rede nochmals kurz die Gründe für die Eröffnung dar (z.B. Expansion des Unternehmens), nennen Vorteile für das Unternehmen (z.B. neue Marktchancen, mehr Platz) und für die Gesellschaft (z.B. Schaffung neuer Arbeitsplätze, besserer Service für den Kunden). Danken Sie allen Beteiligten, die die Eröffnung möglich gemacht haben. Vorsicht: Bloß keinen vergessen!</p>
<p><strong><br />
Jubiläumsrede</strong></p>
<p>Je nachdem, wie „rund“ das Jubiläum Ihres Unternehmens ist, gewinnt Ihre Rede an Bedeutung. Wenn Sie Geschäftsführer eines traditionsreichen Unternehmens sind, das zum Beispiel 100-jähriges Bestehen feiert, ist das eine tolle Werbemöglichkeit. Laden Sie alle ein, die in Ihrer Region Rang und Namen haben – natürlich auch Journalisten. Machen Sie die Jubiläumsfeier zur Jubelfeier, sorgen Sie für ein rauschendes Fest. Ihre Rede ist einer der Höhepunkte der Party, bereiten Sie sich entsprechend vor. Blicken Sie zurück auf die Anfänge des Unternehmens. Produzieren Sie Bilder im Kopf Ihrer Zuhörer, machen Sie die Vergangenheit erlebbar. Picken Sie aber nur einige Highlights und Anekdoten aus der Unternehmensgeschichte heraus, die wirklich unterhaltsam sind. Denn Sie wollen vor allem unterhalten und gute Laune verbreiten. Würdigen Sie die Leistungen des Gründers, Ihrer Vorgänger und aller Mitarbeiter. Klopfen Sie sich nicht zu sehr selbst auf die Schultern. Ziehen Sie (eine möglichst positive) Bilanz und blicken Sie (möglichst optimistisch) in die Zukunft. Stoßen Sie auf die nächsten 100 Jahre an – Prost!</p>
<p><strong><br />
Präsentation (siehe eigene Rubrik)</strong></p>
<p><strong> </strong><strong> </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Private Reden</span></strong></p>
<p><strong><br />
F</strong><strong>estrede </strong></p>
<p>Sie feiern eine Party? Werden Sie in Ihrer kurzen (!) Rede die zentrale Botschaft los: Sie freuen sich, dass Ihre Gäste gekommen sind. Greifen Sie einige wenige Gäste heraus, die z.B. einen besonders weiten Weg zurückgelegt haben. Falls es einen besonderen Anlass gibt, begründen Sie ihn (ebenfalls kurz, denn die Anwesenden wissen ja, weshalb sie gekommen sind). Öffnen Sie die Geschenke später, bedanken Sie sich allgemein für „die vielen tollen Geschenke“. Es sei denn, eine Gruppe überreicht Ihnen feierlich ein Gemeinschaftsgeschenk &#8211; dann müssen Sie es auch in Ihrer Rede loben. Wünschen Sie allen viel Spaß und guten Appetit.</p>
<p><strong><br />
Hochzeitsrede</strong></p>
<p>Sie sind Braut/Bräutigam, Brautvater, Trauzeuge, Patenonkel oder ein alter Freund? Dann liegt es nahe, dass Sie bei der Hochzeit eine Rede halten. Sie gehören nicht zu diesem Kreis, würden aber gerne etwas sagen? Dann fragen Sie das Paar vorher, ob das auch wirklich erwünscht ist. Denn manche Hochzeit artet in einen Redemarathon aus – gut gemeint, aber langweilig. Wenn Sie reden, halten Sie sich kurz – maximal zehn Minuten. Seien Sie nett und voller positiver Botschaften. Eine Hochzeit ist ein „Fest der Liebe“. Schlagworte wie „Ehekrach“ oder „Scheidung“ sind tabu. Ebenso Anekdoten aus dem vergangenen Liebesleben der Brautleute: „Erinnert Ihr Euch, als Birgit noch mit Dieter zusammen war…“ Gefährlich ist auch das Thema „künftiger Nachwuchs“, das darf nur das Paar selbst anschneiden.</p>
<p><strong><br />
Geburtstagsrede</strong></p>
<p>Ein Verwandter oder guter Freund feiert runden Geburtstag und Sie möchten ein paar Worte sagen? Tun Sie es, aber belassen Sie es wirklich bei ein paar Worten. Stehlen Sie dem Geburtstagskind nicht die Show. Erzählen Sie ein gemeinsames Erlebnis, das seine positiven Charaktereigenschaften hervorhebt. Vorsicht mit Ironie und „peinlichen Geschichten“: Auch wenn der Jubilar normalerweise Spaß versteht, vor Publikum sieht das oft anders aus.</p>
<p><strong><br />
Taufrede</strong></p>
<p>Sie sind Taufpate? Reden Sie! Zeigen Sie Ihre Freude über den „neuen Erdenbürger“. Gratulieren Sie den Eltern und Großeltern. Falls Sie selbst Kinder haben, erzählen Sie kurz Ihre eigenen (positiven) Erfahrungen. Bedanken Sie sich bei den Eltern für das Vertrauen, das sie Ihnen durch die Patenschaft entgegenbringen. Betonen Sie Ihre Verantwortung, die Sie gerne wahrnehmen. Weitere Themen können zum Beispiel „Geborgenheit“, „Erziehung“, „Werte“ oder auch religiöse Aspekte sein. Toasten Sie auf die glückliche Zukunft des Kindes.</p>
<p><strong><br />
Trauerrede</strong></p>
<p>Eine Bestattung ist natürlich der unschönste Redeanlass. Sie sollten vorab prüfen, ob eine Rede angemessen und erwünscht ist. Wenn ja: Fühlen Sie sich dieser Herausforderung gewachsen? Es könnte sein, dass die Emotionen Sie während Ihrer Rede übermannen. Andererseits kann eine gute Trauerrede ein würdevoller Abschied sein und Trost spenden. Zeigen Sie Ihre Fassungslosigkeit. Betonen Sie den schweren Verlust. Finden Sie Worte der Anteilnahme. Verdeutlichen Sie, dass der geliebte Mensch in Ihnen weiterlebt. Gehen Sie evtl. kurz auf die Todesumstände ein. Würdigen Sie die verstorbene Person: ihre positiven Charaktereigenschaften und Merkmale, die sie auszeichneten. Hatte der Verstorbene eine bestimmte Einstellung zum Tod? Wenn ja, können Sie diese reflektieren.</p>
<p>Erinnern Sie an gemeinsame Erlebnisse. Sagen Sie, wie Sie die verstorbene Person im Gedächtnis behalten werden. Richten Sie Dankesworte an den Verstorbenen. Suchen Sie nach einem passenden Zitat oder Gedicht, möglichst von einem Autor, den der Verstorbene besonders mochte.</p>
<p><strong></strong></p>
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		<title>Lampenfieber</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 17:21:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Viele Menschen, die eine Rede halten wollen oder sollen, packt das Lampenfieber. Der Rhetorik-Blog zeigt, wie man es behandeln kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht kennen Sie das: Sie sollen gleich etwas vor anderen Leuten sagen – und fühlen sich gar nicht wohl dabei. Ihr Puls rast, Sie sind kurzatmig, der kalte Schweiß steht Ihnen auf der Stirn. Ihre Hände sind feucht und zittern. Und wenn Sie loslegen sollen, haben Sie weiche Knie. Ihr Kopf ist knallrot, Ihr Mund trocken. Ihre Stimme klingt ganz heiser und überschlägt sich sogar. Oder der „Super-Gau“ tritt ein: Sie kriegen keinen Ton raus. Nichts. Blackout. Sie können keinen klaren Gedanken fassen und wollen sich schnellstmöglich ins kleinste Mauseloch verkriechen.</p>
<p>Typische Symptome von Lampenfieber. Kennen Sie gut? Trösten Sie sich: Denn Sie sind nicht allein. Es handelt sich um eine Volkskrankheit. Bei Umfragen schafft es die „Angst, vor fremden Leuten zu sprechen“ regelmäßig in die Topten der größten Ängste.</p>
<p>Es leiden auch Leute unter Lampenfieber, von denen man es gar nicht vermuten würde: Menschen, die im Alltag sehr kommunikativ und selbstbewusst sind. Und sogar Profis wie Fernsehmoderatoren, Politiker, Schauspieler oder Rockstars schlottern vor ihren Auftritten wie Warmduscher nach dem Eisbad.</p>
<p>Ich kann mich gut an eine frühere Kollegin erinnern. Sie redete gerne und viel, lachte laut, war frech, witzig und eloquent. Nun kam der Tag, an dem sie in einem Meeting vor etwa 20 Kollegen zehn Minuten zu irgendeinem Thema referieren sollte. Wir waren voll freudiger Erwartung auf einen kurzweiligen Vortrag. Doch die Kollegin war wie verwandelt. Noch bevor sie dran war, fiel mir ihre starke Nervosität auf. Ihr sonst offenes, freundliches Gesicht war wie versteinert. Als sie aufstand und die ersten Worte sagte, zitterte sie am ganzen Leib, auch ihre Stimme vibrierte. Mimik und Gestik wirkten maskenhaft und verkrampft. Alle Anwesenden waren sehr überrascht und etwas peinlich berührt. Wir litten regelrecht mit ihr. Was war nur los? Wir waren doch unter uns. Sie bemerkte unsere Irritation, was die Sache nur verschlimmerte – bis sie in Tränen ausbrach und den Raum verließ.</p>
<p>Einige Tage darauf hatte ich Gelegenheit, mit ihr über den Vorfall zu sprechen. Sie erzählte mir, dass sie schon seit Wochen vor Aufregung kaum geschlafen hätte. „Vor so vielen Leuten stehen und auf Befehl etwas Schlaues sagen, das kann ich einfach nicht“, sagte sie. Alle Gedanken hätten sich auf den „blöden Redetermin“ fokussiert. Und immer wieder habe sie sich vorgestellt, dass sie „versagen“ würde, und genau das sei ja dann auch eingetreten. Ich versuchte, ihr Mut zu machen und riet ihr zu einem Rhetorikseminar.</p>
<p>Ein paar Wochen später kam meine Kollegin strahlend auf mich zu. Sie hatte gerade ein Rhetoriktraining absolviert und sagte: „Dieses Seminar hat mein Leben verändert. Ich kann jetzt vor anderen Leuten reden.“</p>
<p>Und tatsächlich erlebte ich kurze Zeit später, wie die Kollegin in einem anderen Kreis wieder ein Referat hielt. Und diesmal war sie so wie immer: Frech, witzig und eloquent. Und sie beendete ihren Vortrag mit einem lauten Lachen.</p>
<p>Heute bin ich selbst Rhetoriktrainer. Manche Kollegen suggerieren, dass sie die Teilnehmer ihrer Seminare quasi über Nacht in grandiose Redner verzaubern könnten. Das halte ich für unseriös. Andererseits – und das klingt jetzt etwas pathetisch &#8211; kann ein Rhetorikseminar wirklich das Leben verändern: Menschen können dort ihre Redeangst überwinden, viel über sich selbst lernen und selbstbewusster werden. Dabei habe ich insbesondere mit videogestütztem Vortragstraining sehr gute Erfahrungen gesammelt. Meistens sehen und hören die Teilnehmer sich zum ersten Mal selbst eine Rede vortragen. Nach einem ersten „Schock“ gibt es so etwas wie eine „Selbsterkenntnis“ – nach dem Motto: „Stimmt, das bin ich!“. Durch meine Tipps und Anregungen und durch das positive Feedback aus dem „Publikum“ werden meist sehr schnell Erfolge sichtbar. Die Teilnehmer erleben, dass sie viel besser „rüberkommen“ können, als sie es jemals von sich gedacht hätten.</p>
<p>Und sie lernen Lampenfieber senkende Medikamente kennen:</p>
<p>-       Der bitterste, aber auch beste Wirkstoff ist die gründliche Vorbereitung. Ihr habe ich eine eigene Rubrik in diesem Blog gewidmet. Wenn Sie gut vorbereitet und „voll im Thema“ sind, weicht die Redeangst automatisch.</p>
<p>-       Die innere Einstellung, die man durch Autosuggestion ins Positive wenden kann. Wie meine damalige Kollegin erleben manche Redner das Phänomen „sich selbst erfüllender Prophezeiungen“. Sie befürchten, dass dieses oder jenes schief gehen werde. Und dann geht es tatsächlich schief. Aus der Gehirnforschung wissen wir, dass sich der Mensch durch Autosuggestion sehr gut selbst „manipulieren“ oder „programmieren“ kann. Etwa wenn man schlecht gelaunt ist: Dann kann man sich einfach im Spiegel anlächeln (sprich: Mundwinkel nach oben ziehen), schon geht es einem nachweislich besser. Autosuggestion klingt vielleicht etwas geheimnisvoll. Es geht schlicht darum, immer wieder zu sich selbst zu sagen: „Ich freue mich auf diesen Vortrag. Ich kann es kaum erwarten, anderen Leuten mein Wissen oder meine Sichtweise mitzuteilen.“ So simpel das klingt: Die Wirkung ist verblüffend.</p>
<p>-       Viele vom Lampenfieber Geplagte haben Angst vor dem Publikum. Vor der Menge an Menschen, deren Blicke auf den Redner gerichtet sind. „Grinst da nicht einer? Warum tuscheln die da in der vierten Reihe? Die haben bestimmt was gegen mich! Und dahinten ist Professor Meier, der weiß doch viel mehr über das Thema als ich.“</p>
<p>Auch hier hilft die innere Einstellung. Sagen Sie sich: „Das sind alles nette Leute, die einfach einen guten Vortrag hören wollen.“ Natürlich ist es Teil der Vorbereitung, das Publikum vorab bestmöglich zu analysieren – zum Beispiel, um es nicht mit Fakten zu langweilen, die es längst kennt. Man sollte es mit der vermeintlichen Empathie jedoch keinesfalls übertreiben: „Wenn Dr. Müller kommt, muss ich auch sein Lieblingsthema ansprechen“, „wenn ich diese Geste so mache, wirkt das vielleicht unsicher“, „wenn ich diesen Satz so formuliere, wird das vielleicht so oder so interpretiert.“ Machen Sie sich nicht <em>zu viele</em> Gedanken – das macht Sie nur verrückt. Seien Sie gelassen, ihr Publikum ist es auch. Sagen Sie sich: „Wenn tatsächlich irgendetwas Unvorhersehbares passieren sollte, werde ich schon angemessen reagieren.“</p>
<p>-       Ein Weg zu mehr Sicherheit ist ein gut ausformuliertes Manuskript. Natürlich ist es schöner, wenn Sie frei reden. Doch allein die Tatsache, dass Sie den kompletten Redetext für den „Notfall“ dabei haben, macht ihn im „Normalfall“ bereits überflüssig – reine Psychologie.</p>
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		<title>Auftritt und Wirkung</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 17:20:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Iwan Zinn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auftritt und Wirkung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Redenschreiber und Rhetoriktrainer Iwan Zinn beschreibt in seinem Rhetorik-Blog, worauf es bei Rede-Auftritten ankommt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Publikum bei einem großen Kongress. Die Themen der beiden nächsten Redner klingen interessant: Ein Konzernchef will laut Programm „das Geheimnis des Erfolges der XY AG“ offenbaren, anschließend möchte ein Mittelständler über „IT-Lösungen der Zukunft“ sprechen. Der Moderator kündigt den Vorstandsvorsitzenden an und macht Hoffnung auf einen spannenden Vortrag. Seine Anwesenheit sei eine besondere Ehre, da er öffentliche Auftritte weitgehend meide. Wenig später weiß das Publikum auch warum.</p>
<p>Es erhebt sich ein etwas beleibter Herr. Man sieht auf den ersten Blick, dass der Anzug zu eng ist. Die altmodische Krawatte passt nicht zum Hemd. Er schwitzt. Mit flatternden DIN A4-Blättern unter dem Arm geht er mit leicht gebückter Haltung und angespannter Miene in Richtung Rednerpult.</p>
<p>Der Konzernchef hat bereits Chancen verspielt, bevor er überhaupt etwas gesagt hat – durch seine Kleidung, seine Haltung, seinen Gang, seine Mimik. Menschen machen sich schon in den ersten Sekunden ein Bild von einer fremden Person, wollen sie einordnen, in eine Schublade stecken. Und viele Kongressteilnehmer sagen sich: „Ein erfolgreicher Manager sieht anders aus“. Bei den meisten ist die Schublade aber noch halb geöffnet, sie denken: „Mal hören, was er zu sagen hat“. Mit einer lebendigen und überzeugenden Rede könnte er den ersten negativen Eindruck verdrängen und alles wieder rausholen. Er muss jetzt Gas geben – dann kommt er auch in die „Gewinner-Schublade“.<br />
Doch was macht der Konzernchef? Er klammert sich an sein Manuskript und liest ab: &#8220;Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin kein Mann vieler Worte und kein großer Redner&#8230;&#8221; Er redet sich selbst klein – und behält leider recht: In seinem viel zu langen Vortrag liest er mit leiser, monotoner Stimme endlose Schachtelsätze herunter. Voll von Fachterminologie, die nur die Hälfte der Anwesenden versteht. Er hat kaum Blickkontakt zum Publikum. Er klickt sich lieber durch eine mit Tabellen, Grafiken und Zahlen überfrachtete PowerPoint-Präsentation, die offenbar ein Praktikant zusammengestückelt hat. Der „spannende“ Inhalt? Die minutiös aufbereitete Unternehmensgeschichte, ohne „Geheimnis“ oder Blick in die Zukunft. Irgendwann bemerkt der Redner, dass ihm sein Auditorium wegsackt. Er wird nervös, liest schneller ab und verhaspelt sich dabei. Seine Stimme überschlägt sich, als er sich entschuldigt, dass er die Redezeit wohl falsch eingeschätzt habe. Er überspringt nun die meisten Charts und kommt bald zum bitteren Ende. Als er, begleitet von einem höflichen Applaus, wieder seinen Platz erreicht, wirkt er sichtlich erleichtert – und mit ihm das Publikum. Es denkt: „Ist schon bemerkenswert, dass der es so weit nach oben geschafft hat…“</p>
<p>Nun ist der Mittelständler an der Reihe. Er ist ebenfalls kräftig gebaut, aber bei ihm sitzt der Anzug. Er strahlt von Anfang an Dynamik aus, läuft lächelnd zum Pult. Man denkt: „Der scheint sich ja richtig auf seinen Auftritt zu freuen.“ In der Hand hält er einige Kärtchen, auf die er nur ab und zu einen Blick wirft. Offenbar ist er bestens vorbereitet. Er beschränkt sich auf wenige, anschauliche und professionell gemachte Charts. Ein paar Mal nutzt er ergänzend das Flipchart. Seine Worte beweisen fachliche Kompetenz. Alle verstehen ihn, denn er spricht Deutsch und kein Fachchinesisch. Interessante Fakten verbindet er geschickt mit den Erfolgen und Zielen seines Unternehmens. Mit klarer, kräftiger Stimme betont er seine Kernthesen. Er stellt rhetorische Fragen und macht Kunstpausen. Er zieht Vergleiche, spricht bildhaft, gibt Beispiele und erzählt von eigenen Erlebnissen. Er lächelt und lacht, streut ab und zu einen kleinen Gag ein. Er schaut ins Publikum und nimmt dessen Feedback auf, er kommuniziert mit den Leuten. Sie hängen an seinen Lippen &#8211; und sind dankbar, dass er ihnen den Tag rettet. Tosender Applaus. Der Mittelständler hat sich und sein Unternehmen glänzend präsentiert.</p>
<p>Zugegeben: Die beiden Beispiele sind extrem. Denn die meisten Redner sind nicht gut oder schlecht, sondern mittelmäßig. Sie spulen ihren Vortrag ohne Auffälligkeiten herunter – und reißen damit keinen vom Hocker.</p>
<p>Doch bei den vielen Reden, die ich live erlebt habe, ist es schon mehrfach wie bei dem Konzernchef abgelaufen: Top-Manager, von denen das Auditorium zu Recht viel erwartete, die mit ihren Auftritten jedoch kläglich scheiterten – durch Unsicherheit, mangelnde Vorbereitung, langweiligen Inhalt, schlechte Charts. Marketing- und PR-Abteilungen betreiben viel Aufwand, um ihr Unternehmen im besten Licht darzustellen – als dynamisch, innovativ, erfolgreich. „Reputation Management“ lautet dabei eines der Zauberworte. Wenn dann ein Unternehmenschef auftaucht, dessen Persönlichkeit dem mühsam erarbeiteten Image widerspricht, wundert sich das Publikum. Das gilt sogar für die Kleidung. Grundsätzlich kann man natürlich die Klamotten tragen, in denen man sich wohl fühlt. In höheren Positionen ist eine Stilberatung jedoch sehr empfehlenswert. Gibt es einen Dresscode, sollte man ihn auch beachten – es sei denn, Sie möchten bewusst auffallen. Ob man will oder nicht: Mit Äußerlichkeiten (zu denen auch alle „Statussymbole“ wie Autos, Schmuck, Handy usw. zählen) gibt man ein Statement ab. Zum Beispiel, wenn der Chef zum Gala-Dinner im Strickpullover erscheint. Oder wenn der Praktikant im neuen Porsche vorfährt.</p>
<p>Zurück zum Rednerpult. Auch wenn der Mann auf der Bühne keine gute Figur abgibt &#8211; zu seiner Verteidigung könnte man sagen: „Er wird schon seine Fähigkeiten haben, sonst würde er kein großes Unternehmen führen.“</p>
<p>Ja und Nein. Niemand setzt bei einem Manager Showtalent voraus. Doch das Publikum spürt sofort, wenn der Redner sich nicht ausreichend vorbereitet hat – und empfindet dies als Beleidigung. Manager haben für die Vorbereitung zu wenig Zeit? Schlechte <em>Aus</em>rede, denn Rede-Termine sind Top-Termine. Natürlich kann man nicht erwarten, dass sie sich tagelang mit einer Rede beschäftigen. Aber Führungskräfte sind schließlich Meister im Delegieren: Mit dem richtigen Redenschreiber und Rhetorikcoach können sie die Vorbereitungszeit minimieren und das Ergebnis optimieren.</p>
<p>Doch wenden wir uns noch der anderen Seite zu: Den Rednern, die überzeugen, begeistern, mitreißen. Rednern, bei denen die Macht der Rhetorik spürbar wird. Rhetorik ist die Kunst der Rede. Wer diese Kunst beherrscht, findet nicht nur die richtigen Worte. Er entfaltet seine Wirkung durch seine gesamte Persönlichkeit, durch sein Charisma. Die potenziell enorme Wirkung auf die Massen kann geradezu beängstigend sein: Wir alle kennen die berühmt-berüchtigten Beispiele der großen (Ver-)Führer aus der Weltgeschichte.</p>
<p>Doch manchmal trifft man in ganz „normalen“, unpolitischen Veranstaltungen auf Redner, deren rhetorische Kraft umwerfend ist.</p>
<p>Ich habe mich natürlich oft gefragt, was dieses gewisse Etwas ausmacht. Und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass man „brennen“ muss. Die besten Redner sind diejenigen, die für ihre Sache voll und ganz und zu 150 Prozent brennen. Aus denen die Begeisterung heraussprudelt. Die etwas zu sagen haben. Glaubwürdig und authentisch. Sie wollen mit dem, das sie bewegt, andere bewegen &#8211; zum Denken und Handeln. Redner, die für etwas fiebern, erfüllen die beste Voraussetzung, dass ihre Zuhörer mitfiebern. Zum Beispiel, weil sie sich mit ihrem Thema bestens auskennen und darum frei reden können.</p>
<p>Natürlich kann es auch „brennenden“ Rednern passieren, dass etwas schief läuft. Etwa dass sie sich mit ihrem großen Wissen verzetteln, nicht auf den Punkt kommen, zu fachlich werden. </p>
<p>Doch wozu gibt es Rhetorikseminare? Dort können sie lernen, wie sie ihre Reden so vorbereiten, dass sie erfolgreich sind.</p>
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		<title>Reden vorbereiten</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 17:19:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Iwan Zinn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Reden vorbereiten - Checkliste]]></category>

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		<description><![CDATA[Die beste Basis einer erfolgreichen Rede ist die gründliche Vorbereitung. Anhand einer Checkliste können Sie alle wichtigen Fragen klären.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die beste Basis einer erfolgreichen Rede ist die gründliche Vorbereitung.</p>
<p>Anhand einer Checkliste können Sie alle wichtigen Fragen klären.</p>
<div><strong><strong><br />
Checkliste: Was will ich wem wozu wann wo wie sagen?</strong></strong></div>
<div><strong><strong> <br />
</strong></strong><strong><br />
1. Redeanlass, Organisatorisches</strong></div>
<div><strong><br />
</strong>-       Was ist das für eine Veranstaltung?</div>
<p>-       Gibt es ein übergeordnetes Thema der Veranstaltung?</p>
<p>-       Wo findet sie statt (genaue Adresse, Raumangabe)?</p>
<p>-       Wann findet sie statt?</p>
<p>-       Habe ich da Zeit? Wenn ja, wie viel?</p>
<p>-       Genauer Redezeitpunkt?</p>
<p>-       Wie komme ich da hin und zurück?</p>
<p>-       Mit Übernachtung, wo?</p>
<p>-       Gewünschte Rededauer?</p>
<p>-       Warum soll ich da reden?</p>
<p>-       Wird mir ein Thema vorgegeben oder vorgeschlagen?<br />
        Oder kann ich es frei wählen?</p>
<p>-       Wer wird bei der Veranstaltung außer mir reden?</p>
<p>-       Zu welchen Themen?</p>
<p>-       Wer redet vor mir, wer nach mir?</p>
<p>-       Werde ich angekündigt? Wenn ja, wie und von wem? Kontaktdaten?</p>
<p>-       Gibt es ein Programm, in dem ich angekündigt werde?<br />
        Wenn ja, wie (z.B. mit Foto)? Wer macht das Programm? Kontaktdaten?</p>
<p>-       Soll die Rede veröffentlicht werden?</p>
<p>-       Wo werde ich sitzen (im Publikum, an einem Tisch, auf einem Podium)?<br />
        Neben wem?</p>
<p>-       Wenn ich auf einem Podium sitze: Wer sitzt da noch?</p>
<p>-       Gibt es ein Rednerpult?</p>
<p>-       Wie groß ist die Bühne?</p>
<p>-       Tageslicht oder Scheinwerfer?</p>
<p>-       Werde ich vorab für ein Mikrofon verkabelt?<br />
        Wenn ja: Wer macht das wann?</p>
<p>-       Ist eine PowerPoint-Präsentation erwünscht?</p>
<p>-       Wenn ja, sind alle technischen Mittel vorhanden?</p>
<p>-       Bringe ich meinen Laptop oder nur einen USB-Stick mit?</p>
<p>-       Sind sonstige Präsentationsmittel erwünscht/vorhanden (z.B. Flipchart)?</p>
<p>-       Gibt es vor Ort einen Drucker (falls ich kurzfristig am Manuskript etwas<br />
         ändern und es nochmal ausdrucken möchte)?</p>
<p>-       Gibt es einen Dresscode? Was ziehe ich an?</p>
<p> </p>
<p><strong>2. Was will ich sagen?</strong></p>
<p>-       Wie lautet mein Thema?</p>
<p>-       Passt dieses Thema in die Veranstaltung?</p>
<p>-       Deckt es sich mit den Wünschen der Gastgeber?</p>
<p>-       Gibt es Überschneidungen mit den Themen anderer Redner?</p>
<p> </p>
<p><strong>3. Redeziele</strong></p>
<p>-       Mein Anliegen, meine „Message“:</p>
<p>-       Mein Kernsatz:</p>
<p>-       Meine These:</p>
<p>-       Mein Appell:</p>
<p>-       Will ich informieren, motivieren, überzeugen, unterhalten&#8230;?</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>4. Recherche, Stoffsammlung, Umsetzung</strong></p>
<p>-       Welche Quellen gibt es?</p>
<p>-       Wer ist in meinem Unternehmen für den Themenbereich zuständig?</p>
<p>-       Gibt es bereits Redemanuskripte und/oder Charts zu diesem Thema?</p>
<p>-       Redenschreiber:</p>
<p>-       Chartgestalter:</p>
<p>-       Abgabefrist:</p>
<p>-       Rhetorikcoach:</p>
<p>-       Übungstermin:</p>
<p> </p>
<p><strong>5. Wem will ich etwas sagen? (Publikumsanalyse) </strong></p>
<p>-       Wie viele Zuhörer?</p>
<p>-       Kann man die Zuhörer zuordnen (z.B. einer bestimmten Branche)?</p>
<p>-       Interessieren sich die Zuhörer für mein Thema?</p>
<p>-       Kennen sich die Zuhörer mit meinem Thema aus?</p>
<p>-       Welchen Nutzen haben die Zuhörer von meiner Rede?</p>
<p>-       Gibt es im Publikum Ehrengäste, VIPs?</p>
<p>-       Wenn ja: Wo sitzen sie?</p>
<p>-       Wen muss ich begrüßen, Protokoll?</p>
<p>-       Sind Journalisten/Fotografen/Fernsehen anwesend?</p>
<p>-       Wenn ja: Sind Interviews geplant?</p>
<p>-       Haben die Veranstalter einen Pressesprecher? Kontaktdaten?</p>
<p>-       Wer verwaltet die Gästeliste? Kontaktdaten?</p>
<p>-       Kurz vor Veranstaltung checken: Sind die angekündigten Ehrengäste<br />
        tatsächlich anwesend?</p>
<p>-       Sitzen im Publikum bestimmte Personen, die ich besonders<br />
        überzeugen möchte?</p>
<p>-       Gibt es im Publikum Kritiker, Gegner?</p>
<p>-       Ist mit Zwischenrufen zu rechnen?</p>
<p>-       Darf das Publikum anschließend Fragen stellen?</p>
<p>-       Gibt es eine Diskussion?</p>
<p>-       Wer lädt ein?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Präsentationen</title>
		<link>http://www.zinnkomm.de/rhetorik-blog/prasentationen/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 17:18:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Iwan Zinn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentationen]]></category>

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		<description><![CDATA[In Präsentationen wendet sich der Redner an eine bestimmte Zielgruppe. Er möchte informieren, zeigen, verdeutlichen, erklären, überzeugen – oder auch verkaufen. Und er bedient sich dabei (audio-)visueller Hilfsmittel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freunden eindeutiger Definitionen sei gleich gesagt, dass man die Präsentation nicht klar von anderen Redearten abgrenzen kann. Denn der Vorstandsvorsitzende, der vor 5000 Aktionären mit vielen Charts die Jahresbilanz vorstellt, präsentiert genauso wie der Außendienstmitarbeiter, der seinen Kunden Produkte zeigt. Sogar der Hochzeitsredner, der ein paar Dias aus der Kindheit der Braut an die Wand wirft, präsentiert im weitesten Sinne. Darum ist die Präsentation die wohl häufigste Form der Rede. Meist findet sie in kleinerem Kreis in Konferenzräumen von Unternehmen statt. Der Redner wendet sich an eine bestimmte Zielgruppe. Er möchte informieren, zeigen, verdeutlichen, erklären, überzeugen – oder auch verkaufen. Und er bedient sich dabei (audio-)visueller Hilfsmittel. Einer Studie zufolge behalten die Menschen von dem, was sie</p>
<p>-          hören 20%</p>
<p>-          sehen 30%</p>
<p>-          hören und sehen 50%.</p>
<p>Man kann über die Relevanz derartiger Studien trefflich streiten. Reden sollten meines Erachtens – neben dem interessanten Inhalt &#8211; vor allem von dem Charisma und der Rhetorik des Redners leben. Aber gleichzeitig kann es sehr sinnvoll sein, Präsentationsmittel wohldosiert einzusetzen. Die Wahrheit liegt eben – wie fast immer – in der Mitte.</p>
<p>Nachfolgend eine Kurz-Beschreibung der wichtigsten Hilfsmittel:</p>
<p><strong><br />
Laptop, Beamer, PowerPoint</strong></p>
<p>PowerPoint-Charts mittels Laptop und Beamer auf eine Leinwand zu projizieren, ist zur gängigsten Art der Präsentation geworden. Und sie bietet viele Vorteile:</p>
<p>-       Fotos, Bilder, Grafiken, Tabellen, Video- und Tonbeiträge können in<br />
         hoher Qualität integriert werden.</p>
<p>-       Inhalte können schnell und einfach geändert oder ergänzt werden.<strong></strong></p>
<p>-       Der Redner klickt sich durch seinen Vortrag, kann mit den Charts<br />
         jederzeit vor- und zurückspringen.<strong></strong></p>
<p>-       Animierte Charts machen eine Erläuterung leichter nachvollziehbar. <strong></strong></p>
<p>-       Auf seinem Monitor kann der Präsentierende unter den Charts<br />
        – unsichtbar für sein Publikum &#8211; seinen Redetext oder Stichworte<br />
        einblenden.<strong></strong></p>
<p>-       Präsentationen können mit Speichermedien wie CD-Rom, DVD und<br />
         USB-Stick, per Mail oder als Handout weitergereicht werden.</p>
<p> <br />
Die Nutzung von PowerPoint birgt allerdings auch Gefahren:</p>
<p>-       Wo Technik im Spiel ist, kann sie auch versagen: Computer können<br />
        abstürzen, Beamer ausfallen, Charts verschwinden. Bei wichtigen<br />
        Präsentationen ist es daher ratsam, einen zweiten Laptop und Beamer<br />
        dabei zu haben.</p>
<p>-       Bei der Vorbereitung lockt die Möglichkeit, die Präsentation aus bereits<br />
        vorhandenen Unternehmenscharts zusammenzustückeln. So entsteht<br />
        oft ein heilloses Durcheinander, das mit den spezifischen Zielen der<br />
        Präsentation nicht mehr viel zu tun hat.</p>
<p>-       Erstaunlich oft sind die Charts laienhaft gestaltet. Das kann einen<br />
         schlechten Eindruck hinterlassen, nach dem Motto:<br />
        „Wie die Charts, so auch der Redner/das Unternehmen“.<br />
        Wenn Sie in PowerPoint nicht fit sind, fragen Sie lieber einen<br />
        Kollegen/Mitarbeiter, beauftragen Sie einen Profi, oder<br />
        besuchen Sie ein entsprechendes Seminar.</p>
<p>-       Ein weit verbreiteter Fehler ist die Überfrachtung der Charts mit<br />
        Informationen – zu viel Text, zu viele Grafiken.</p>
<p>-       Komplexe Sachverhalte sollen durch ein Chart verständlicher werden<br />
        und sollten folglich möglichst einfach und anschaulich dargestellt<br />
        werden.</p>
<p>-       Ein Übermaß an technischen Tricks und Gimmicks kann lächerlich wirken.</p>
<p>-       Verzichten Sie auf längere, ausformulierte Sätze, die Sie im schlimmsten<br />
        Fall noch vorlesen. Sie sind da, um zu erläutern. Verwenden Sie daher<br />
        möglichst wenige Textcharts: Kurze Sätze oder Stichworte, mit denen<br />
        Sie Ihre Aussagen zusammenfassen.</p>
<p>-       Machen Sie sich nicht zum Sklaven ihrer PowerPoint-Präsentation. Sie<br />
        und Ihre Kompetenz sollten im Mittelpunkt stehen. Die Charts sind<br />
        lediglich ein Hilfsmittel.<br />
        Verwenden Sie daher nur so viele Folien, wie Sie wirklich brauchen.</p>
<p>Man kann lange über die Vor- und Nachteile von PowerPoint debattieren. Ich denke, dass die Vorteile insgesamt überwiegen. Man sollte sich jedoch vorab genau überlegen, ob andere Formen der Darstellung eventuell sinnvoller sind.</p>
<p><strong>Flipchart</strong></p>
<p>Das Flipchart hat – in kleinerem Kreis &#8211; ohne Zweifel Charme. Denn Sie sind aktiv – schreiben, skizzieren, malen. Doch unterschätzen Sie diesen Einsatz nicht. Markieren Sie sich in Ihrem Manuskript oder Spickzettel, wann Sie was aufs Flipchart bringen. Üben Sie das schnelle, gut les- bzw. sichtbare Schreiben (in Druckbuchstaben) und Zeichnen. Verwenden Sie dafür dicke Filzmarker und unterschiedliche Farben. Achten Sie darauf, dass Sie nicht während des Schreibens/Zeichnens weitersprechen – sonst versteht Sie keiner. Schreiben Sie nur Stichworte und kurze Sätze. Zeichnen Sie einfach und plakativ. Überlegen Sie, ob es für die Präsentation empfehlenswert ist, einige der beschrifteten Papierbögen an die Wand zu hängen. Aus dem Gespräch mit den Zuhörern können sich neue Aspekte ergeben – Sie haben die Möglichkeit, diese auf dem Flipchart zu ergänzen.<strong></strong></p>
<p><strong>Whiteboard</strong></p>
<p>Immer häufiger trifft man in Konferenzräumen auf weiße Tafeln, die sich mit besonderen Stiften beschriften und mit Schwämmen wieder abwischen lassen. Modern und kostspielig sind elektronische Whiteboards. Die Tafelbilder werden hier digital aufgezeichnet und mit einem PC verbunden. Man kann sie also weiterverwenden oder ausdrucken.  </p>
<p><strong>Handout</strong></p>
<p>Das Handout fasst den Inhalt Ihrer Präsentation zusammen – in Stichworten, kurzen Sätzen, mit den wichtigsten Grafiken und Tabellen – und wird an die Zuhörer verteilt. Oft erhält man als Handout einfach einen Ausdruck der PowerPoint-Präsentation. Das hilft dem Empfänger in den wenigsten Fällen weiter. Man sollte sich schon die Mühe machen, die Kernpunkte gesondert anzuführen.</p>
<p>Man kann darüber streiten, ob ein Handout bereits zu Beginn oder erst nach einer Präsentation sinnvoll ist. Klar ist: Bekommen die Zuhörer es sofort, werden sie Ihnen weniger Aufmerksamkeit schenken. Wenn Sie sich als guter Redner profilieren möchten, sollten Sie also die Finger davon lassen. Andererseits kann ein Handout ein guter „Service“ für Ihr Publikum sein: Handelt es sich um ein komplexes Thema, können die Zuhörer ihre Notizen direkt im Handout machen. Sie werden dann mehr vom Inhalt verstehen und im Gedächtnis behalten.</p>
<p>Auch beim Handout spielt die Gestaltung eine Rolle: Flatternde Schwarz-weiß-Kopien kommen selten gut an. Andererseits wirkt eine extra angefertigte Hochglanzbroschüre übertrieben.</p>
<p><strong>Grafiken, Zeichnungen auf Papier oder Pappe, Poster</strong></p>
<p>Diese Darstellungsform ist zwar etwas konservativ, aber dafür sympathisch. Die Pappen können herumgereicht oder aufgehängt werden. Im Idealfall bilden sich wie in einer Kunstausstellung kleine Gruppen vor den „Exponaten“, so kommt man gut ins Gespräch. Wieder einmal gilt: Die Gestaltung muss professionell sein, sonst geht der Schuss nach hinten los.</p>
<p><strong>Tafel</strong></p>
<p>Die gute alte Schiefertafel findet man wohl fast nur noch an Schulen und Universitäten. Was soll ich sagen? Vermeiden Sie es, mit der Kreide Quietschgeräusche zu produzieren und Ihren edlen Zwirn zu bekritzeln.</p>
<p><strong>Produkt</strong></p>
<p>Dreht sich Ihre Präsentation um ein bestimmtes Produkt, dann macht es auch Sinn, dieses Produkt dabei zu haben. Es sei denn, es ist schwer transportierbar. Erklären Sie die Features direkt am Produkt. Laden Sie das Publikum dazu ein, es von der Nähe zu betrachten, anzufassen und auszuprobieren. Ist es klein genug, dann lassen Sie es im Publikum herumreichen.</p>
<p><strong>Modell</strong></p>
<p>Geht es um ein künftiges Produkt, von dem bisher nur ein Modell existiert, dann zeigen Sie dieses. Ein Modell kann aber auch irgendein Gegenstand sein, der direkt oder indirekt zu Ihrer Präsentation passt. Anschauungsobjekte machen ein Thema nicht nur „anschaulich“, sie halten auch das Publikum wach und lockern die Stimmung.</p>
<p><strong>Overheadprojektor</strong></p>
<p>Den Overheadprojektor trifft man immer seltener an. Er entspricht einfach nicht mehr dem Stand der Technik. Die durchsichtigen Folien kann der Redner während des Vortrages beschriften. Diese Möglichkeit kann man bei PowerPoint-Charts allerdings auch mittels eines Grafik-Tableaus nutzen.</p>
<p><strong>Dokumentenkamera </strong></p>
<p>Immer öfter stößt man dagegen auf Dokumentenkameras, welche die Unterlagen live aufzeichnen und auf Leinwand projizieren. Ziemlich teuer, aber sehr praktisch.</p>
<p><strong>Pinnwand</strong></p>
<p>Die Pinnwand eignet sich mehr für Besprechungen oder Seminare. Man heftet beschriftete Karten oder Poster mit Nadeln nebeneinander. Denselben Zweck erfüllen auch magnetische Tafeln, wobei man natürlich mit Magneten „pinnt“. </p>
<p><strong>Videofilm</strong></p>
<p>Präsentieren Sie ein Produkt und verfügen über einen guten Produktfilm (von wenigen Minuten) oder über einen schönen Werbespot (den noch nicht jeder kennt)? Dann zeigen Sie ihn ruhig. Die Zuschauer lassen sich gern mal etwas berieseln. Keinesfalls sollte der Film jedoch länger als fünf Minuten dauern und Ihnen damit die Show stehlen. Haben Sie einen Unternehmensfilm im Gepäck, dann fragen Sie kritisch: Ist der Film gut genug? Ist er noch aktuell? Ist er notwendig für meine Präsentation? Oder kennen die Zuschauer mein Unternehmen (und vielleicht auch den Film) sowieso längst?</p>
<p><strong>Musik</strong></p>
<p>Musik wird normalerweise nur bei größeren Präsentationen gezielt eingesetzt – zum Beispiel auf Messen. Musik ist Teil einer sekundengenauen Inszenierung und kann enorme Wirkung entfalten. Lassen Sie eine derartige Inszenierung unbedingt von Event-Profis realisieren. Denn hier kann man viel falsch machen.</p>
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		<item>
		<title>Rhetorische Stilmittel</title>
		<link>http://www.zinnkomm.de/rhetorik-blog/rhetorische-stilmittel/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 17:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Iwan Zinn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorische Stilmittel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Rhetorik-Blog beschreibt die wichtigsten rhetorischen Stilmittel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt eine Vielzahl an rhetorischen Stilmitteln, „Redefiguren“ (kunstvolle Verknüpfung mehrerer Wörter) oder „Tropen“ (von „Tropus“, das Ersetzen eines Ausdrucks durch einen anderen, „Redeschmuck“).</p>
<p>Wohldosiert machen sie eine Rede erst schön. Insbesondere wenn es Ihnen gelingt, bei Ihrem Publikum Bilder im Kopf zu erzeugen, haben Sie es meist für sich und Ihr Anliegen gewonnen. Sprachbilder machen eine Sache im wahrsten Sinne des Wortes anschaulich. Darum ist die Metapher (aus dem Altgriechischen, die „Übertragung“) die wichtigste Redefigur.</p>
<p>Die meisten rhetorischen Stilmittel wurden bereits in der Antike von den großen Philosophen genutzt, diskutiert und kategorisiert. Viele haben nicht an Aktualität eingebüßt. Und viele nutzt man ganz selbstverständlich im Alltag, ohne die teils unaussprechlichen Bezeichnungen zu kennen (oder kennen zu müssen).</p>
<p>Nachfolgend eine Auflistung und Kommentierung von Redefiguren und Redeschmuck:</p>
<p><strong><br />
Allegorie </strong></p>
<p>„Versinnbildlichung“, Metapher, die über ein Wort hinaus geht.</p>
<p>Beispiele:<em> </em>„Jeder ist seines Glückes Schmied“; „das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll“; „Bücherwürmer leben von geistiger Nahrung“;<em> „</em>Lügen haben kurze Beine“; „da fischt man im Trüben“.</p>
<p><strong><br />
Alliteration </strong></p>
<p>Stabreim: Wiederholung derselben Anlaute aufeinanderfolgender Wörter, häufig in der Werbung zu finden.</p>
<p>Beispiele: „Müsli macht morgens munter“; „Kenner kaufen Kokoskuchen“.</p>
<p><strong><br />
Allusion </strong></p>
<p>Anspielung: Der Redner deutet einen Sachverhalt oder Zusammenhang an und lässt das Publikum im Unklaren, wen oder was er genau meint.  </p>
<p>Beispiele: „Die Erfahrung lehrt, dass es unter den Zulieferern einige schwarze Schafe gibt“; „In unserem Unternehmen haben in den vergangenen Monaten einige Abteilungen eher aneinander vorbei als zusammen gearbeitet“; „In einigen Geschäftsbereichen läuft es hervorragend, andere haben noch Potenzial“.</p>
<p><strong><br />
Anadiplose</strong></p>
<p>Wiederholung des letzten Wortes eines Satzes zu Beginn des nächsten (Neben-)Satzes.</p>
<p>Beispiele: „Martin Müller ist ein mutiger Mann, ein Mann, der neue Maßstäbe gesetzt hat“; „Ihre These ist unüberlegt, unüberlegt und irreführend!“</p>
<p><strong><br />
Anapher </strong></p>
<p>Wiederholung eines Wortes bzw. mehrerer Wörter am Anfang aufeinanderfolgender Sätze.</p>
<p>Beispiele: „Ich weiß, dass es momentan nicht einfach ist. Ich weiß, dass Sie nahe am Limit arbeiten. Ich weiß aber auch, dass sich die Mühen am Ende für alle lohnen werden“; „Was wir tun, schafft Arbeitsplätze. Was wir tun, ist richtig“.</p>
<p><strong><br />
Anekdote</strong></p>
<p>Kurze Geschichte, die zum Redethema passt. Bereichert fast jede Rede – das Publikum liebt Anekdoten. Es kann eine überlieferte Geschichte sein, die von anderen handelt, zum Beispiel von historischen Persönlichkeiten. Authentischer ist es, wenn Sie ein eigenes Erlebnis erzählen. Jede Anekdote sollte eine Pointe &#8211; ein zugespitztes, geistreiches Ende &#8211; haben.</p>
<p><strong><br />
Antithese </strong></p>
<p>Gegenüberstellung gegensätzlicher Begriffe oder Aussagen.</p>
<p>Beispiele: „Sie lügen, ich sage die Wahrheit“; „Ein Rückschritt wäre es, fossile Energieträger zu verbrennen. Fortschritt heißt, auf neue Technologien zu setzen“.</p>
<p><strong><br />
Antonomasie</strong></p>
<p>Umschreibung, andere Benennung einer Person.</p>
<p>Beispiele: „der Blödelbarde“ für Otto Waalkes; „die eiserne Lady“ für Margaret Thatcher; „der Herrscher der Meere“ für Poseidon.</p>
<p><strong><br />
Aposiopese</strong></p>
<p>Abbruch, Verstummen. Mitten im Satz wird abgebrochen und eine rhetorische Pause eingelegt. Man kann diesen Abbruch auch ankündigen.</p>
<p>Beispiele: „Dann kam der Kerl und…, ach, ich möchte eigentlich gar nicht mehr darüber reden“; „Der kann mich mal…“; „Schließlich kam es zum Streit und…, na ja, Sie wissen ja, wie es dann ausgegangen ist“; „Der Genießer schweigt…“</p>
<p><strong><br />
Appell</strong></p>
<p>Aufforderung zum Handeln (oder auch Nichthandeln). Gehört in fast jede Rede. Wünsche des Redners an das Publikum werden in wenigen Sätzen zusammengefasst (meist am Schluss der Rede).</p>
<p>Beispiel: „Meine Damen und Herren, Sie haben etliche Fakten und Argumente gehört, die eindeutig für den Bau der Umgehungsstraße sprechen. Darum bitte ich Sie, sich nun in diese Unterschriftenliste einzutragen.“</p>
<p><strong><br />
Asyndeton </strong></p>
<p>Aneinanderreihung von Wörtern ohne Konjunktionen.</p>
<p>Beispiele: „Wir suchen, finden, kaufen, verkaufen“; „Das bedeutet Arbeit, Arbeit, Arbeit“; „Alles rennet, rettet, flüchtet“.</p>
<p><strong><br />
Beispiel</strong></p>
<p>Beispiele dienen der Untermauerung von Thesen und der Veranschaulichung von komplexen Zusammenhängen.</p>
<p>Beispiel: „E-Commerce ist in der Praxis ganz einfach: Der Kunde möchte zum Beispiel eine neue Waschmaschine kaufen, findet in der Internet-Suchmaschine Testergebnisse und Angebote, wählt sich ein passendes Produkt aus, und schon nach ein paar Klicks wird ihm die Waschmaschine nach Hause geliefert – günstiger als in jedem Haushaltswaren-Laden.“</p>
<p><strong><br />
Chiasmus</strong></p>
<p>Kreuzweise Anordnung des Satzes, meist als Unterform der Antithese.</p>
<p>Beispiele: „Die Welt ist groß, klein ist der Verstand“; „Er redete viel und sagte wenig“.</p>
<p><strong><br />
Concessio</strong></p>
<p>Zunächst scheinbare Akzeptanz des gegnerischen Arguments, um es dann schlagartig zu widerlegen. Gerne von Politikern gebraucht.</p>
<p>Beispiel: „Es ist vollkommen richtig, dass die Konjunktur angekurbelt werden muss. Und es stimmt auch, dass dafür neue Investitionen notwendig sind. Aber diese Investitionen müssen doch von der Wirtschaft selbst kommen &#8211; und nicht aus der Hand des Steuerzahlers, wie Sie das propagieren.“</p>
<p><strong><br />
Correctio</strong></p>
<p>Selbstkorrektur. Berichtigung einer Aussage, um Sie drastischer zu formulieren.</p>
<p>Beispiel: „Der Kunde war sehr zufrieden. Ach, was sage ich? Er war total begeistert!“</p>
<p><strong><br />
Definition</strong></p>
<p>Begriffsbestimmung. Schwächer: Deutung (Interpretation) eines Ausdrucks oder Zusammenhangs.</p>
<p>Vorsicht mit zu vielen Definitionen in Reden! Besonders bei komplexen Themen können sie die Aufnahmekapazität des Publikums schnell übersteigen. Andererseits ist es oft sinnvoll, zu erklären, wovon man eigentlich redet – möglichst kurz und anschaulich.</p>
<p>Beispiel: „Was bedeutet eigentlich Inflation? Ganz einfach: Staaten und Zentralbanken erhöhen kontinuierlich die Geldmenge, das Preisniveau steigt. Die Konsequenz? Geld ist weniger wert, der Einkauf im Supermarkt wird teurer.“</p>
<p><strong><br />
Diärese</strong></p>
<p>Untergliederung, Detaillierung.</p>
<p>Beispiel: „Im ganzen Wald, hinter jedem Baum, unter jedem Blatt werden wir nach ihm suchen.“</p>
<p><strong><br />
Distinctio</strong></p>
<p>Unterscheidung. Die Bedeutung eines Begriffes wird durch Wiederholung gesteigert (bzw. ins Ironische gezogen).</p>
<p>Beispiele: „Du wolltest auf eine Party, dann lass uns auf eine Party gehen“ (weg von dieser angeblichen Party); „Ich weiß, dass er als Arzt arbeitet. Zu einem <em>Arzt</em> gehört aber etwas mehr.“</p>
<p><strong><br />
Ellipse </strong></p>
<p>Das Auslassen von Wörtern. Telegrammstil. Grammatikalisch nicht korrekt, macht eine Rede aber oft knackiger.</p>
<p>Beispiele: „Der Typ die Straße runter. Ich direkt hinter ihm. Da dreht der sich plötzlich um. Grinst mich breit an“; „(Ich habe) keine Zeit!“; „Wer sich in Gefahr begibt…“; „Werner geht in die eine Ecke, Tina (geht) in die andere (Ecke)“.</p>
<p><strong><br />
Epipher: </strong></p>
<p>Wiederholung eines Wortes oder mehrerer Wörter am Ende aufeinanderfolgender Sätze (vgl. Anapher).</p>
<p>Beispiele: „Es sieht aus wie Wein, es duftet wie Wein, es schmeckt wie Wein, es <em>ist</em> Wein“; „Wir wollen es erreichen, wir können es erreichen, wir werden es erreichen“.</p>
<p><strong><br />
Euphemismus </strong></p>
<p>Schönfärbung. Ersetzen eines negativ besetzten Wortes durch eines, das freundlicher klingt.</p>
<p>Beispiele: Preisanpassung statt -erhöhung, entschlafen statt sterben, kräftig statt dick, transpirieren statt schwitzen, hat Potenzial statt schlecht.<em> </em></p>
<p><strong><br />
Evidentia</strong></p>
<p>Verdeutlichung. Man bringt dem Publikum eine Situation nahe. Ähnlich einer journalistischen Reportage beschreibt man sie möglichst bildhaft im Präsens. Gut geeignet, um eine Anekdote zu erzählen.</p>
<p>Beispiel: „Ich sitze eines Abends in einer schummrigen Studentenkneipe, allein an so einem vollgekritzelten Holztisch. Vor mir ein Glas Weizen. Rockmusik dröhnt aus den Boxen. Ich träume so vor mich hin. Da kommt sie plötzlich durch die Tür, steht mitten im Raum mit ihrer unglaublichen Ausstrahlung. Und ich weiß sofort: Das ist die Frau meines Lebens“.</p>
<p><strong><br />
Homonymie</strong></p>
<p>Ein Homonym ist ein Wort, das mehrere Bedeutungen hat. Damit kann man hübsch rumspielen. Sollte man aber behutsam einsetzen.</p>
<p>Beispiele: „Jeder verdient so viel, wie er verdient“; „Er war ein alter Heide, drum ging er mit der Heide gern mal in die Heide“; „Auf Bad Banks würde ich mich niemals setzen!“; „Der Herzog ging zu seinem Schloss und schloss es auf“; „Besser arm dran, als Arm ab“.</p>
<p><strong><br />
Humor</strong></p>
<p>Wer die Fähigkeit besitzt, andere Menschen zum Lachen zu bringen, sollte sie auch einsetzen – wenn das Redethema es zulässt. Aber Vorsicht: Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung gehen hier mitunter weit auseinander. Und Menschen haben bekanntlich nicht immer den gleichen Humor. Drum gilt: Lieber ein Witz zu wenig als einer zu viel.</p>
<p><strong><br />
Hyperbel </strong></p>
<p>Übertreibung. Gibt es in der Sprache mehr als Sandkörner in der Wüste.</p>
<p>Beispiele: hellwach, todmüde, blitzschnell, im Schneckentempo, schneeweiß, schwarz wie die Nacht, unschätzbar.</p>
<p><strong><br />
Ironie</strong></p>
<p>Verdeckter Spott. Man sagt etwas anderes als man meint (meist das Gegenteil). Gut geeignet, um einen Gegner bloßzustellen und dabei die Lacher auf seiner Seite zu haben. Ist allerdings inflationär im Gebrauch &#8211; jeder will andauernd ironisch sein.</p>
<p>Beispiele: „Und dann habe ich im Casino in einer Stunde 1000 Euro verloren – einfach fantastisch“;  „Danke, du bist wirklich ein toller Freund!“; „Ihnen ist schon wieder ein Auftrag durch die Lappen gegangen – das muss man erst mal hinkriegen!“</p>
<p><strong><br />
Katachrese<br />
</strong><br />
Missbrauch, falsche Anwendung. Stilblüten gibt es zuhauf, meist unfreiwillig. Man kann zur Belustigung aber auch absichtlich „schiefe Bilder“ an die Wand nageln.</p>
<p>Beispiele: „Das schlägt dem Fass den Korken ins Gesicht“; „Das geht runter wie Kamillentee“; „Jetzt lass‘ uns mal reinen Tisch einschenken“; „Wir ziehen alle an einem Boot“.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong><br />
Klimax </strong></p>
<p>Steigerung.</p>
<p>Beispiele: „Das ist nicht nur gut, das ist ganz hervorragend“; „Er war mein Gegner und wurde mein Feind“; „Aus Anerkennung entwickelte sich Ruhm“.</p>
<p>Der Gegensatz: Antiklimax, Abstieg.<br />
Beispiel: „Sie war äußerst beliebt und ein nettes Mädchen“.</p>
<p><strong><br />
Litotes </strong></p>
<p>Untertreibung, doppelte Verneinung, meist als Form der Ironie.</p>
<p>Beispiele: „Das passierte ihm nicht gerade selten“; gar nicht übel“; „Ich weiß nicht, ob man hier von einem großen Talent sprechen sollte“.</p>
<p><strong><br />
Logische Schlussfolgerung, Kette</strong></p>
<p>Man baut Satz für Satz so aufeinander auf, dass ein unumstößliches Gedankengebäude entsteht. Gute Argumentationsstrategie.</p>
<p>Beispiel: „Wer das Abitur hat, kann studieren. Wer studiert hat, bekommt einen guten Job. Wer einen guten Job hat, verdient viel Geld.“</p>
<p> <br />
<strong>Metapher </strong></p>
<p>Übertragene Bedeutung, Versinnbildlichung, verkürzter Vergleich.</p>
<p>Beispiele: „Bleiernes Gefühl“; „King of Pop“; „Phrasen dreschen“; „Mauer des Schweigens“; „Sie schmetterte die Arie“.</p>
<p><strong><br />
Metonymie </strong></p>
<p>Umbenennung, Wortvertauschung, wobei ein sachlicher Zusammenhang besteht.</p>
<p>„Trinken wir noch <em>ein Glas</em>“; „Erzeuger“ statt Vater; „Schöpfer“ statt Gott; „Berlin hat entschieden“ (statt der Bundestag).  </p>
<p><strong><br />
Oxymoron </strong></p>
<p>Verbindung gegensätzlicher Begriffe.</p>
<p>Beispiele: alter Knabe; stummer Schrei; ärmlicher Reichtum; Hassliebe; bittersüß; vielsagendes Schweigen.</p>
<p><strong><br />
Paraphrase, Periphrase </strong></p>
<p>Umschreibung.</p>
<p>Beispiele: Götter in Weiß (Ärzte); Bretter, die die Welt bedeuten (Bühne).</p>
<p><strong><br />
Paronomasie<br />
</strong><strong><br />
</strong>Wortspiel. Ab und zu ein hübsches Wortspiel – das sorgt für gute Laune. Aber bitte nicht übertreiben.<br />
Beispiele: „Wer rastet, der rostet“; „Eile mit Weile“; „Ich verabscheue mich“ (statt verabschiede); „Das kann ja Eiter werden“; „Zu dumm zum Steine hüten“; „Es ist leichter, den Mund zu halten, als eine Rede“ (Heinz Erhardt)</p>
<p><strong><br />
Prolepsis<br />
</strong><br />
Vorgriff. Man nimmt mögliche Einwände vorweg und somit seinen Gegnern den Wind aus den Segeln.</p>
<p>Beispiel: „Nun werden Sie vielleicht denken: ‚das ist doch mit unserem knappen Budget gar nicht möglich‘. Ich kann Ihnen aber versichern, dass wir bereits alles genau durchgerechnet haben.“</p>
<p><strong><br />
Pointe </strong></p>
<p>Geistreicher, überraschender, komischer Schluss einer Anekdote oder eines Witzes.</p>
<p><strong><br />
Repetitio </strong></p>
<p>Wiederholung. In der Rede ist die Wiederholung ein erlaubtes und sinnvolles Stilmittel, um wichtige Inhalte zu vermitteln. Es können bewusst komplette Sätze wiederholt werden oder derselbe Inhalt mit anderen Worten. Mit einem häufig wiederholten „Leitsatz“ (z.B. „I have a dream“ bei Martin Luther King, „Yes, we can!“ bei Barack Obama) kann eine Rede an Emotionalität gewinnen.</p>
<p><strong><br />
Rhetorische Frage </strong></p>
<p>Frage, auf die der Fragende keine Antwort erwartet. Es handelt sich also um eine als Frage getarnte Aussage. Sehr wichtiges und gebräuchliches Stilmittel. Hält das Publikum wach, weil es mit dem Redner in einen imaginären Dialog tritt.</p>
<p>Beispiele: “Kennen Sie die Antwort?“ (Ich werde es Ihnen verraten…); „Glauben Sie, dass ich dafür verantwortlich bin?“ (Natürlich nicht!); „Und wer musste es wieder mal ausbaden?“ (Natürlich ich!).   </p>
<p><strong><br />
Sprichwort</strong></p>
<p>Überlieferter, allgemein bekannter Spruch. Formuliert meist Lebensweisheiten, teils in Reimform. Sollte man sparsam anwenden &#8211; schnell wirkt man „altbacken“ oder „oberlehrerhaft“.</p>
<p>Beispiele: „Jeder ist seines Glückes Schmied“; „Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln“; „Trocken Brot macht Wangen rot“.</p>
<p><strong><br />
Spruch, Aphorismus, Bonmot, Zitat</strong></p>
<p>Es gibt unzählige witzige Sprüche, geistreiche Aphorismen und treffende Zitate. Wenn es thematisch passt, kann ein guter Spruch eine Rede prima auflockern. Findet man auch gut im Internet, z.B. unter <a href="http://www.aphorismen.de/">www.aphorismen.de</a> und <a href="http://www.zitate.de">www.zitate.de</a></p>
<p><strong><br />
Synonymie </strong></p>
<p>Verwenden von Wörtern mit gleicher bzw. ähnlicher Bedeutung. Nicht nur in der Rede sinnvoll – variatio delectat. Die Lektüre eines Synonym-Wörterbuchs ist zu empfehlen, um seinen Wortschatz zu erweitern.</p>
<p>Beispiele: <strong>Grund</strong>/Anlass/Triebfeder/Motiv/Beweggrund…; <strong>groß</strong>/geräumig/riesig/weit/ausgedehnt/hochgewachsen/stattlich…</p>
<p><strong><br />
Triade </strong></p>
<p>Dreiheit, drei Wörter oder Satzteile folgen aufeinander. </p>
<p>Beispiele: „Wein, Weib und Gesang“; „Wir wollen singen, tanzen und spielen“.</p>
<p><strong><br />
Vergleich </strong></p>
<p>Der in der Rede erörterte Gegenstand wird mit einem allgemein bekannten gleichgesetzt bzw. ihm gegenübergestellt. Wird meist mit dem Wort „wie“ eingeleitet.</p>
<p>Beispiele:<em> „</em>Er hat Augen wie ein Adler“; „Die Anwendung dieser Formel ist wie Fahrradfahren – das verlernt man nicht“.</p>
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		<title>Körpersprache</title>
		<link>http://www.zinnkomm.de/rhetorik-blog/korpersprache/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 17:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Iwan Zinn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Körpersprache]]></category>

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		<description><![CDATA[„Man kann nicht nicht kommunizieren!“ Die Erkenntnis des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick offenbart sich am deutlichsten in der Körpersprache. Der Rhetorik-Blog widmet sich diesem Thema.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Man kann nicht <em>nicht</em> kommunizieren!“ Diese Erkenntnis des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick offenbart sich am deutlichsten in der Körpersprache.</p>
<p>Der Mensch kommuniziert eben nicht nur durch kodierte Laute, die aus seinem Mund schallen. Der ganze Körper spricht. Durch Mimik, Gestik, Haltung und Gang sendet er nonverbale Signale aus. Und diese Signale des Körpers werden von anderen Menschen meist unbewusst verstanden, oder zumindest interpretiert. Und sie reagieren ebenfalls durch Körpersprache.</p>
<p>So wird auch in einer Vortragssituation, in der nur einer mit Worten spricht, zwischenmenschlich kommuniziert. Denn das Publikum sendet zurück – durch Lächeln, Grinsen, verschränkte Arme, Stirnrunzeln, Nicken, Kopfschütteln…, und hoffentlich vor allem durch Klatschen.</p>
<p>Das Faszinierende ist: Der Körper lügt nicht. Er verrät die wahren Gedanken oder Absichten des Redners, auch wenn seine Worte etwas ganz anderes sagen. Die verbalen Signale müssen mit den nonverbalen Signalen übereinstimmen. Und es hat keinen Sinn, sich Gesten anzutrainieren – das Publikum durchschaut intuitiv, wenn etwas „unecht“ ist.</p>
<p>Das unterscheidet schlechte Schauspieler von guten: Der schlechte Schauspieler lernt auswendig. Der gute verfügt über soviel Empathie, dass er mit seiner Rolle eins wird.  Schon eher kann es sinnvoll sein, sich Gesten bzw. Übersprunghandlungen <em>ab</em>zutrainieren, die aus Nervosität resultieren.</p>
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		<title>Redestruktur, Dramaturgie</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 13:34:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Iwan Zinn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redestruktur, Dramaturgie]]></category>

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		<description><![CDATA[Jede Rede braucht einen roten Faden und eine klare Struktur. Der Rhetorik-Blog zeigt, wie man eine Rede am besten aufbaut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede Rede braucht einen roten Faden und eine klare Struktur. Grob gegliedert werden kann in Einleitung, Hauptteil und Schluss.</p>
<p>Ihre Rede beginnt schon, bevor Sie überhaupt ein Wort gesprochen haben: Mit Ihrem Aufstehen am Tisch oder Ihrem Gang zum Rednerpult. Besonders bei privaten Reden gilt: Seien Sie entspannt, lächeln Sie. Warten Sie einen Moment, bis Sie die volle Aufmerksamkeit des Publikums haben.</p>
<p>Ihre ersten Sätze gehören zu den wichtigsten der ganzen Rede. Denn Ihre Zuhörer möchten Sie schnellstmöglich einordnen und bewerten. Wenn Sie es also in den ersten zwei Minuten schaffen,</p>
<p>-       das Publikum neugierig zu machen,</p>
<p>-       Spannung zu erzeugen,</p>
<p>-       Interesse zu wecken,</p>
<p>-       Sympathie auszustrahlen,</p>
<p> – dann haben Sie schon fast gewonnen.</p>
<p>Dummerweise gehört an den Anfang auch die Anrede, Begrüßung und eventuell Vorstellung. Wenn das Auditorium voll von hochrangigen Persönlichkeiten steckt, die alle einzeln begrüßt werden müssen, wirkt die Anredeflut einschläfernd. Bei einer Veranstaltung mit mehreren Rednern genügt es normalerweise, wenn der Hausherr oder Moderator die Begrüßungsarie übernimmt. Die folgenden Redner können es dann bei den „Damen und Herren“ und eventuell dem ranghöchsten Gast belassen. Finden Sie im Vorfeld heraus, wie es bei der Veranstaltung mit der Begrüßung gehalten wird und welche Honoratioren im Publikum sitzen. (Zu den Details des Protokolls folgender Link: <a href="http://www.bmi.bund.de/DE/Ministerium/Protokoll/AnschriftenAnreden/anschriftenanreden_node.html">http://www.bmi.bund.de/DE/Ministerium/Protokoll/AnschriftenAnreden/anschriftenanreden_node.html</a>)  </p>
<p>In vielen Fällen ist es überflüssig, sich vorzustellen. Denn Sie wurden vermutlich vom Moderator angekündigt oder stehen im Programm. Wenn Sie es trotzdem für notwendig halten, machen Sie es kurz – Ihren Lebenslauf will keiner hören.</p>
<p>Am liebsten sind mir Reden, in denen es direkt zur Sache geht. Die zum Beispiel mit einer These oder einer rhetorischen Frage beginnen: „Wussten Sie schon, dass…?“ Klick, schon wollen die Leute mehr hören. Oder Reden, die mit einer kleinen Anekdote starten, deren Zusammenhang mit dem Thema nicht sofort durchschaubar ist.</p>
<p>Sie können auch ein aktuelles Ereignis aufgreifen, einen historischen Zusammenhang herstellen oder einen passenden Spruch zitieren. Erläutern Sie Ihren persönlichen Bezug zu Anlass, Ort, Gebäude, Gastgeber, Publikum etc. Vielleicht ist Ihnen ja auch bei der Vorbereitung der Rede oder auf dem Weg zur Veranstaltung etwas Lustiges passiert? All dies können Sie kurzweilig in Ihren Redeanfang packen. Natürlich müssen Sie dann auch schnell zum eigentlichen Thema kommen. Aber Vorsicht mit Gliederungen: Sie sind nur selten, bei besonders trockenen Themen notwendig.</p>
<p>Pi mal Daumen hat der Einstieg Ihrer Rede einen Anteil von 20 Prozent, bei einer Zehn-Minuten-Rede also ca. zwei Minuten.</p>
<p>Es folgt der <strong>Hauptteil</strong>, der rund 70 Prozent ausmacht. Es gibt Reden, die einer „arglistigen Täuschung“ gleichkommen: Der Einstieg ist brillant, frei vorgetragen. Alle Zuhörer sind ganz euphorisch und hoffen, dass es in diesem Stil weitergeht. Doch dann greift der Redner zum Manuskript und liest das vor, was sein Assistent ihm zusammengeschrieben hat. Umso größer ist natürlich die Enttäuschung.</p>
<p>Die Herausforderung besteht also darin, das (hoffentlich) hohe Niveau des Anfangs zu halten. Mehrfach habe ich es erlebt, dass ein nicht unerheblicher Anteil des Auditoriums eingenickt ist. Das muss nun wirklich nicht sein! Erschöpfen Sie Ihr Thema, aber nicht Ihr Publikum (frei nach Winston Churchill).</p>
<p>Bringen Sie Ihre Kernbotschaften klar auf den Punkt und begründen diese schlüssig. Nehmen Sie mögliche Einwände oder Kritik vorweg und entkräften diese. Machen Sie Ihre Ziele deutlich und fordern Sie ggfs. das Publikum zum Handeln auf. Es gibt verschiedene Herangehensweisen, um ein Thema und Standpunkte zu erläutern: Zum Beispiel indem man den Ist-Zustand analysiert, ihn mit dem Soll-Zustand vergleicht und Wege zum letzteren aufzeigt. Ich denke, dass es ausreicht, diese Rede-Strategien und „Formeln“ in Stichpunkten zu nennen (siehe unten).</p>
<p>Zum  Schluss kommt – der <strong>Schluss</strong>. Hier fassen Sie Ihre Kernaussagen, Ihre Message, nochmal zusammen. Wiederholung ist erlaubt und sinnvoll, denn Sie haben eine Botschaft und wollen, dass diese ankommt. Das Publikum weiß, dass Sie gleich aufhören und schenkt Ihnen (manchmal zum Dank dafür ;-)) nochmal seine volle Aufmerksamkeit. Das ist Ihre Chance! Ziehen Sie aus Ihren Ausführungen ein Fazit. Geben Sie Denkanstöße. Bitten Sie um Unterstützung. Schauen Sie nach vorn, sagen Sie, was Sie sich für die Zukunft wünschen. Appellieren Sie an Ihre Zuhörer. Wenn Sie einen besonderen Einstieg hatten, kommen Sie nochmals kurz darauf zurück &#8211; und schließen Sie den Bogen.</p>
<p> </p>
<p><strong>1.   Einleitung</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>-       Begrüßung</p>
<p>-       Evtl. kurze Vorstellung</p>
<p>-       origineller Einstieg (z.B. rhetorische Frage, Anekdote)</p>
<p>-       Sympathie wecken, „Aufwärmen“</p>
<p>-       Hinführung zum Thema, Interesse wecken</p>
<p>-       Evtl. Darlegung der Gliederung</p>
<p>-       Formulierung der These(n)</p>
<p> </p>
<p><strong>2. Hauptteil</strong></p>
<p> </p>
<p>-          Gestern – heute – morgen</p>
<p>-          Zielsetzung – Planung – Durchführung – Kontrolle</p>
<p>-          Vom Einfachen zum Schwierigen</p>
<p>-          Vom Allgemeinen zum Besonderen</p>
<p>-          Ist – Soll – Analyse</p>
<p>-          Pro – Contra – Fazit</p>
<p>-          Problem – Ursache &#8211; Wirkung – Lösung</p>
<p> </p>
<p><strong>3.    </strong><strong>Schluss</strong> <strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>-          Zusammenfassen der Kernaussagen</p>
<p>-          Fazit</p>
<p>-          Denkanstöße</p>
<p>-          Ausblick</p>
<p>-          Aufgabenverteilung</p>
<p>-          Bogen schließen (z.B. Einstiegsthese bestätigen)</p>
<p>-          Wünsche, Hoffnungen</p>
<p>-          Appell</p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><strong>Rede-Formeln:</strong></p>
<p> </p>
<p><strong>1. Allgemein</strong></p>
<p>-          Interesse wecken</p>
<p>-          Sagen, worum es geht</p>
<p>-          Begründen und Beispiele geben</p>
<p>-          Fazit</p>
<p>-          Auffordern zum Handeln</p>
<p> </p>
<p><strong>2. Problemlösungsformel</strong></p>
<p>-          Interesse wecken</p>
<p>-          Problem darlegen</p>
<p>-          Ziel, um das Problem zu lösen</p>
<p>-          Lösungsvorschläge und deren Bewertung</p>
<p>-          Entscheidung für eine Lösungsvariante</p>
<p>-          Auffordern zum Handeln</p>
<p> </p>
<p><strong>3. Pro-Contra-Formel</strong></p>
<p>-          Interesse wecken</p>
<p>-          Problem definieren</p>
<p>-          Gegenposition darstellen</p>
<p>-          Hauptargumente der Gegenseite entkräften</p>
<p>-          Eigene Position formulieren</p>
<p>-          Eigene Position überzeugend begründen</p>
<p>-          Fazit</p>
<p>-          Auffordern zum Handeln</p>
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		<item>
		<title>Schlagfertigkeit</title>
		<link>http://www.zinnkomm.de/rhetorik-blog/schlagfertigkeit/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 17:07:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schlagfertigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Schlagfertig sein will jeder: Immer im richtigen Moment die passende Antwort parat zu haben – das wirkt souverän. Der Rhetorik-Blog widmet sich ausführlich diesem spannenden Thema.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schlagfertig sein will jeder: Immer im richtigen Moment die passende Antwort parat zu haben – das wirkt souverän.</p>
<p>Wir wollen schnell und treffend reagieren können – eloquent, charmant, geistreich, ironisch, sarkastisch, beißend. Wir wollen schlagfertig sein wie Harald Schmidt, Thomas Gottschalk, Anke Engelke und wie die „Profischläger“ alle heißen. Wir wollen die Lacher und Sympathien auf unserer Seite haben, wortakrobatische Gewinner sein. Und auf keinen Fall wollen wir zu denen gehören, die sich von schlagfertigen Mitmenschen einfach überrumpeln, demütigen, ausknocken lassen. Denen spontan nichts einfällt, sondern erst drei Stunden später auf der Heimfahrt vom Büro. Und die dann vor Wut oder Scham ins Lenkrad beißen, obwohl das die Verkehrssicherheit beeinträchtigt. Doch glauben Sie mir: Letztere bilden die klare Mehrheit. Und die verfügt nun mal nicht über ein Heer von Autoren, das die besten Gags und Antwortmöglichkeiten auf dem Tablett serviert.</p>
<p>Hier ein Lichtblick für die schlagunfertige oder bereits niedergeschlagene Mehrheit: Man kann sie trainieren, die Schlagfertigkeit. Man kann sich für Standardsituationen wappnen, sein Sprüchekonto auffüllen und Angreifer ins Leere laufen lassen.</p>
<p>Schlagfertigkeit tritt „proaktiv“ und „reaktiv“ in Erscheinung. Der proaktiv Schlagfertige hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und den neuesten Witz im Angebot. Diese Kompetenz kann sich jeder mit etwas Fleiß und Übung aneignen, der über eine gewisse Grundbegabung verfügt. Aber Vorsicht: Überdosiert wirkt diese Form der „vorauseilenden Schlagfertigkeit“ kontraproduktiv. Auf Deutsch, sie kann nerven. Schnell wird man so zum „Sprücheklopfer“ oder zur „Ulknudel“. Und manche Menschen sind einfach nicht dazu geboren, witzig und originell zu sein. Gottseidank, denn stellen Sie sich mal vor, jeder wäre witzig und originell – nicht zum Aushalten.  </p>
<p>Und was macht der reaktiv Schlagfertige? Logisch: Er reagiert schlagfertig auf Fragen, Aussagen und Situationen. Er ist entweder ein Naturtalent oder hat einen hohen Stapel von originellen Sprüchen auf Lager. Auch an diesem Stapel kann man arbeiten: Indem man sich überlegt, welche Fragen und Aussagen einem begegnen könnten und sich prophylaktisch gute Antworten und Kommentare ausdenkt/anliest/abguckt. Auswendig lernen und blitzschnell abrufen – diese „Archivstrategie“ kann funktionieren. Da ist auch nichts Verwerfliches dran. Im Gegenteil: Andere Menschen zum Lachen zu bringen, ist ein tolles Gefühl – und macht Sie vielleicht sogar beliebter, selbstbewusster, erfolgreicher. Aber: Machen Sie sich nicht zum Kasper! Wenn Sie ihre Schlagfertigkeitsbeweise ständig wiederholen, gewinnen Sie keinen Blumentopf.</p>
<p>Ein großes Thema ist Schlagfertigkeit als Reaktion auf Angriffe. Die Welt da draußen, wo die Menschen sind, ist hart und ungerecht. Voll von Neid, Missgunst, Ignoranz, Arroganz, Konkurrenzdenken, Intrigen, Mobbing, Lästereien, Beschimpfungen, Beleidigungen und so weiter und so fort. Die Menschen machen sich nun mal gern das Leben gegenseitig schwer. Aber mal ehrlich: Wollen Sie da mitspielen?</p>
<p>Grundsätzlich sollten wir bei mündlichen Entgleisungen unterscheiden zwischen Privat- und Berufsleben: Im ganz normalen Alltag hauen uns meist Leute die verbale Keule an den Kopf, mit denen wir eigentlich gar nichts zu tun haben: Ob im Bus, im Supermarkt oder auf offener Straße – plötzlich werden wir angeschnauzt oder angezickt. Und dann gibt es natürlich noch die Mitmenschen, mit denen wir sehr wohl zu tun haben: Der nervige Nachbar, die schwierige Schwiegermutter, das verabscheuungswürdige Vereinsmitglied.</p>
<p>Sie sind weitgehend frei darin, wie Sie in Ihrem Privatleben mit Verbalattacken umgehen. Ob Sie sich auf das gleiche Niveau herablassen und zurückschnauzen, sich mit einer ironischen Retourkutsche intellektuell überlegen zeigen, milde lächeln und schweigen, mit eindeutiger Zeichensprache parieren oder die Fäuste sprechen lassen – es bleibt Ihnen überlassen.</p>
<p>Anders gestaltet sich die Sache im beruflichen Zusammenhang: Hier haben Sie es mit Angriffen von Chefs, Kollegen und Mitarbeitern zu tun – und mit denen wollen bzw. müssen Sie noch jahrelang zusammenarbeiten.</p>
<p>-       Ihr Chef, der Ihre Leistung (vielleicht sogar zu Recht?) kritisiert und sich <br />
        dabei in Ton und/oder Wortwahl vergreift.</p>
<p>-       Ihr Kollege, der im Meeting Ihr Konzept schlechtredet.</p>
<p>-       Ihr Mitarbeiter, der fleißig an Ihrem Stuhl sägt und bei jeder Gelegenheit<br />
        Kontra gibt.     </p>
<p>In den meisten Fällen handelt es sich um Angriffe im beruflichen Kontext: Ihre fachliche Kompetenz wird direkt oder indirekt angezweifelt. Der Angreifer hat aber oft keine fachlichen, sondern persönliche Motive:</p>
<p>-       Er möchte sich gern beim Vorgesetzten oder bei den Kollegen profilieren<br />
         – auf Ihre Kosten.</p>
<p>-       Er mag Sie einfach nicht – warum auch immer.</p>
<p>-       Oder es ist der blanke Neid: Er ist neidisch, weil Sie den besseren Job,<br />
        das höhere Gehalt, den schickeren Dienstwagen, das größere Büro,<br />
        den neueren Computer oder die grünere Zimmerpflanze haben.</p>
<p>Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt über die skurrilen Sandkastenspiele in deutschen Unternehmen &#8211; betriebswirtschaftlich betrachtet eine Katastrophe.</p>
<p>Besonders fies wird es, wenn das Private mit dem Beruflichen vermischt wird. Etwa wenn Aussehen und Verhaltensweisen einer Person offen oder subtil kritisiert bzw. lächerlich gemacht werden.</p>
<p>Manche Rhetoriktrainer und -bücher predigen, auf Angriffe mit Gegenangriffen zu reagieren. Verbal zurückzuschießen. Zum Rhetorik-Rambo zu mutieren.</p>
<p>Zugegeben: Das kann in Einzelfällen hilfreich sein und sogar befreiend wirken.</p>
<p>Doch ich gebe zu Bedenken: Im Berufsleben birgt die Kontra-Rede Gefahren und kann Sie im schlimmsten Fall Ihren Job kosten. Wenn Sie sich zu sehr aufregen, wenn Sie unsachlich oder ausfallend werden.</p>
<p>Ich predige darum zuallererst: Mehr Gelassenheit! Lernen Sie von den Buddhisten! Kampf bedeutet Stress. Davon haben Sie in Ihrem Beruf wahrscheinlich sowieso schon genug. Stress kostet wertvolle Lebenszeit, macht krank und hässlich. Darum meine Empfehlung: „Entstressen“ Sie sich, rüsten Sie rhetorisch ab! Nehmen Sie Ihrem Kontrahenten den Wind aus den Segeln, aber ohne sich selbst Luft zu machen. Was haben Sie gewonnen, wenn Sie Ihrem Widersacher vor versammelter Mannschaft die Meinung geigen? Auf jeden Fall einen Feind mehr, der es Ihnen bei nächster Gelegenheit heimzahlen will.</p>
<p>Und wenn Sie Ihr Konzept nur wegen einer spitzen Bemerkung beleidigt verteidigen, nochmal haarklein darlegen? Dann wirken Sie schnell unsouverän, rechthaberisch, pedantisch. Sie verzetteln sich, kommen „aus dem Konzept“.</p>
<p>Vermeiden Sie also verbale Gemetzel, Rechtfertigungsmanöver und verhärtete Fronten<strong>.</strong> Sorgen Sie dafür, dass alle Beteiligten erhobenen Hauptes aus dem Meeting gehen und weiterhin miteinander sprechen. Überzeugen Sie durch fachliche Kompetenz und nicht durch die vermeintliche Fähigkeit, andere fertigzumachen.</p>
<p>Vor wichtigen Terminen, in denen Sie mit Ihrer Leistung oder Ihren Vorhaben auf Kritik stoßen könnten, sollten Sie die möglichen Fragen und Anmerkungen verinnerlichen. Sammeln Sie präventiv passende Argumente – die auch gerne mal mit einer Prise Humor gewürzt werden dürfen. Basteln Sie sich einen „Q&amp;A“ (Questions and Answers“), einen Fragen-Antworten-Katalog. Kommunikationsabteilungen tun dies vor jeder Pressekonferenz. An so mancher „schlagfertigen“ Antwort eines Vorstandsvorsitzenden auf die Frage eines Journalisten haben PR-Experten tagelang gefeilt. Machen Sie es im Kleinen genauso &#8211; für Ihre „Selbst-PR“!  </p>
<p>Vielleicht sehen Sie in Ihrem Konzept aber auch selbst Schwachpunkte. Dann sollten Sie dazu stehen: „Sie haben Recht, ich habe dieses Defizit erkannt und arbeite bereits an einer alternativen Lösung“. Das beweist Größe. Und normalerweise wird nun keiner weiter bohren.</p>
<p>Oder Sie nehmen die absehbare Kritik vorweg: „Nun könnte man an diesem Punkt einwenden, dass…. Aber nachdem wir uns eingehend mit dieser Problematik befasst haben, sind wir zu dem Ergebnis gekommen…“ Glauben Sie mir, das finden Ihre ausgebremsten Kritiker überhaupt nicht lustig.</p>
<p>Oft wird Kritik sehr allgemein geäußert: „Mir fehlt da die Stringenz“, „ich weiß nicht, ob uns das weiter bringt“, „für mich ist das weder Fisch noch Fleisch“ usw., oder auch demonstratives Gähnen, Seufzen, Kopfschütteln usw.</p>
<p>Lassen Sie diese abstrakte Ablehnung nicht gelten. Fragen Sie höflich nach den Bedenken, zwingen Sie den Angreifer so, konkret zu werden.</p>
<p>Wenn jemand Ihnen gegenüber verletzend wird, suchen Sie später das Gespräch unter vier Augen. Sagen Sie Ihrem Widersacher ruhig und freundlich, wie Sie seine Anfeindungen empfunden haben. Im Normalfall entschuldigt er sich – und alle haben sich wieder lieb. Ändert er sein Verhalten nicht, wissen Sie wenigstens, woran Sie sind.</p>
<p>Hier noch ein paar Beispiele, wie Sie in Meetings auf unberechtigte oder auch berechtigte Kritik bzw. in Reden auf Zwischenrufe reagieren können – durch Gegenfragen, Ausbremsen, Umarmungstaktik, Vertrösten, Abwiegeln. Ihr Vorteil: Sie vermeiden Streit, gewinnen Zeit und verlieren nicht das Gesicht.</p>
<p>-          „Ich bin dankbar für jede Anregung, die uns weiter bringt.“</p>
<p>-          „<em>Konstruktive</em> Kritik stößt bei mir auf offene Ohren, bislang entnehme<br />
            ich Ihren Äußerungen aber nur Ablehnung.“</p>
<p>-          „Vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Ich finde allerdings, dass wir in<br />
            einem kollegialen Miteinander nach Lösungen suchen sollten.“</p>
<p>-          „Sie haben in diesem Punkt Ihre Sichtweise, ich habe meine. Ich<br />
            schlage vor, dass wir uns hierzu demnächst in kleinerer Runde <br />
            nochmal zusammensetzen.“</p>
<p>-          „Vielen Dank, ich werde darauf später noch zu sprechen kommen.“</p>
<p>-          „Mir scheint, dass Sie in Ihrer Kritik Fachliches mit Persönlichem<br />
            vermischen. Ich schlage vor, dass wir uns später in Ruhe darüber<br />
            unterhalten.“</p>
<p>-           „Ihr reflexartiger Protest deutet darauf hin, dass Sie einen besseren<br />
            Vorschlag parat haben. Ich bin gespannt, was Sie uns mitzuteilen <br />
            haben&#8230;“</p>
<p>-          „Mein Konzept kennen Sie. Ich habe nicht behauptet, dass es<br />
            sakrosankt sei. Wir sitzen hier zusammen, um mögliche<br />
            Verbesserungen zu besprechen. Ich freue mich also auf Ihren<br />
            Vorschlag.“</p>
<p>-          „Ihre Anmerkungen gehen jetzt sehr ins Detail. Ich denke, das<br />
            sollten wir zu einem späteren Zeitpunkt genauer besprechen.“</p>
<p>-          „Ich glaube nicht, dass uns Ihre Ausführungen in der Sache weiter<br />
            bringen.“</p>
<p>-          „Wie lange kennen wir uns schon? Hat immer alles auf Anhieb<br />
           geklappt? Na sehen Sie, bei der Entwicklung von Konzepten handelt<br />
           es sich um einen Prozess, in dem wir uns gerade befinden. Und ich<br />
           bin sicher, wenn der Prozess abgeschlossen ist, werden alle<br />
           Beteiligten zufrieden sein – bestimmt auch Sie.“</p>
<p>-          „Was ist jetzt Ihre Kernaussage?“</p>
<p>-          „Welche Vorteile bringt uns Ihr Beitrag nun in der Sache?“</p>
<p>-          „Wie können wir von Ihrem Vorschlag konkret profitieren?“</p>
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